Grusswort

sehr herzlich möchte Sie im Namen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin zum traditionellen Kongress in Wiesbaden im Jahr 2027 einladen. Der 133. Kongress steht unter dem Motto „Gesund älter werden“.

Nahaufnahme eines Porträts einer Person mit zurückgebundenem Haar vor hellem, unscharfem Innenraumhintergrund mit weichen Lichtreflexen.

Innere Medizin zur Verlängerung der Lebensspanne und der Gesundheitsspanne

Die Innere Medizin und ihre Schwerpunkte leisten – bei Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen mit sowohl ambulanten als auch stationären und rehabilitativen Versorgungsangeboten – einen wesentlichen Beitrag zum messbaren demographischen Erfolg der zunehmenden Lebenserwartung der Bevölkerung. Neben der Verlängerung der individuellen Lebenserwartung („life span“) erscheint die Verlängerung der individuellen Gesundheitsspanne („health span“) als ein besonders erstrebenswertes Ziel. So haben die Vereinten Nationen für das aktuelle Jahrzehnt (2021 bis 2030) die Dekade des gesunden Alterns – United Nations Decade of Healthy Ageing (2021–2030) – proklamiert und die WHO definiert: „Healthy Ageing is developing and maintaining the functional ability that enables well-being in older age“. Die vielfältigen Angebote und Facetten der Inneren Medizin können Menschen aller Lebenssituationen effektiv unterstützen in ihrem Bemühen, ein hohes Lebensalter zu erreichen und dabei gesund und aktiv zu bleiben – davon möchten wir Sie mit dem Programm des 133. Kongresses überzeugen!

Während sich die meisten Personen ein langes Leben wünschen und den wachsenden Erfahrungshorizont, die meist größere innere Unabhängigkeit und die oftmals stabilere mentale Gesundheit in höherem Erwachsenenalter zu schätzen wissen, fällt es schwer, dem biologischen Alterungsprozess mit den sichtbaren und spürbaren Stigmata der Seneszenz etwas Gutes abzugewinnen. Es ist daher ein uralter Menschheitstraum, die Alterung zu vermeiden oder sogar die Alternsuhr zurückdrehen zu können. Die Geroscience, die die Wissenschaft des Alterns mit der Lehre der Alterskrankheiten zusammenführt, lehrt uns, dass Altern die Basis ist für fast alle chronischen Erkrankungen des Erwachsenenalters: „physiologisches Altern“, „pathologisches Altern“ und „Alterskrankheiten“ unterscheiden sich demnach nur quantitativ, und die molekularen und zellulären Altersmarker gelten als gemeinsamer Nenner aller alterstypischen chronischen Gebrechen. Diese Kernaussage der Geroscience mag der Forderung nach konsequenten und effektiven Maßnahmen der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention der Organerkrankungen zusätzlichen Schub geben, nährt sie doch eine wissenschaftlich begründete Hoffnung, den biologischen Alterungsprozess hintanhalten zu können. Psychische und soziale Bezüge und Umweltfaktoren – in regional unterschiedlicher Ausprägung –  können obendrein Altern und Alterskrankheiten auf eindrucksvolle Weise akzentuieren und aggravieren oder umgekehrt mitigieren, so dass Verhaltensprävention nicht ohne begleitende Verhältnisprävention gedacht werden kann, mit globalem Aufforderungscharakter.

Vielfalt der Innere Medizin für individuelle Gesundheitsangebote und Krankheitsbewältigung

Die Innere Medizin ist mit ihrer Qualität und Vielfalt in der etablierten Krankenversorgung und der aktiven Forschung dafür prädestiniert, individuelle Angebote für den Erhalt der Gesundheit sowie die Bewältigung von akuten und chronischen Erkrankungen (innerer Organe) weiterzuentwickeln.

Das Programm des 133. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin ist darauf angelegt, eine praxisorientierte und wissenschaftlich fundierte Bewertung sowohl der bewährten als auch innovativer neuer Angebote der verschiedenen Schwerpunkte der Inneren Medizin zu vermitteln, insbesondere im Hinblick darauf, wie Gesundheit über die Lebensspanne erhalten oder wiedererlangt werden kann. Die Bezüge der Inneren Medizin zu therapeutisch kooperierenden Fachdisziplinen sollen dabei ebenso Berücksichtigung finden wie komplementäre Forschungsansätze.

Das gesamte Team des Jahreskongresses 2027 der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin würde sich sehr freuen, Sie in Wiesbaden begrüßen zu dürfen und Sie mitzunehmen auf eine spannende und vergnügliche Tour durch die vielen Facetten und neuen Entwicklungen unseres gemeinsamen Fachs!

Mit besten Grüßen

Prof. Dr. Ursula Müller-Werdan